59.Biennale di Venezia

23 | 04 | – 27 | 11 | 2022


zu Fuss an die Biennale

 

‘Mission Alpencross’ nennt sich ein Teil im persönlichen Teil meiner IWB. Das Ziel dieser Alpenüberquerung war der Besuch der 59. Biennale in Venedig. Eigentlich erstaunlich, dass ich an diesem einzigartigen Kunstevent noch nie teilgenommen habe. Obwohl ich bereits einige Male Venedig besucht habe, so war ich doch nie zu der Zeit dort, wenn die Biennale stattfand. Dieses Jahr wollte ich daran teilhaben, weil ich in den Zielsetzungen meines fachwissenschaftlichen Teils den Fokus auch auf die digitalen Medien und damit zusammenhängende Visualisierungsmöglichkeiten setzen wollte. Die Biennale ist eine der bedeutendsten Kunstausstellungen und zeigt auch in diesem Bereich das was heute ‘state of the art’ ist. In diesem Sinn ist der Besuch dieser Ausstellung von Weltrang eine Bildungsreise par Excellence.

Während drei Tagen besuchte ich die verschiedenen Angebote im ‘il Giardini della Biennale’, im ‘Arsenale’ und in der Stadt verteilt. Während im ‘Giardini’ in den Länderpavillons verschiedenste Kunstschaffende ihre Arbeiten inszenieren, zeigt das ‘Arsenale’ in den ausgedienten Hallen der Marine eine unglaubliche Fülle an Arbeiten einzelner Künstler:innen. Dazwischen finden sich auch immer wieder Beiträge von Ländern, die keine eigenen Länderpavillons unterhalten. Daneben sind in der ganzen Stadt spezielle Angebote und Inszenierungen zu sehen, wie es sie so in dieser Grösse und Qualität kaum je zu sehen gibt.

Ich war beeindruckt von der Grösse der ganzen Anlage. Den ‘Giardini’ kannte ich zwar schon von früheren Besuchen in Venedig, wenn die Biennale nicht in Betrieb war. In dieser Form mit all dem Drumherum war die Anlage allerdings nicht wiederzuerkennen. Die Länderpavillons vermitteln den Eindruck eines kleinen Dorfs mit unterschiedlichsten Architekturformen. In den einzelnen Häusern geben sich die Verantwortlichen der Länder alle Mühe sich mit etwas Aussergewöhnlichem abzuheben. Dieser Versuch gelingt aber nur Wenigen. Für mich waren die Beeindruckendsten Beiträge diejenigen, die etwas im Dialog mit dem Gebäude versuchten oder sich durch eine verständliche Idee, einfach umgesetzt, von denen abhoben, die Ausstellungen zeigten, wie sie überall auf der Welt in mittelmässigen Museen zu finden sind.

Am Besten gefallen hat mir das ‘Arsenale’, verschiedenste Inszenierungen in den ehemaligen Gebäuden der Marine. Umgeben von Bassins, in denen noch einige Erinnerungen an vergangene Zeiten zurückgeblieben sind kreieren Lastenkräne und Kriegsschiffe oder Teile davon eine einzigartige Atmosphäre. Im Beitrag von Italien, der sich ebenfalls hier befindet, wird ein Bassin sogar in die Inszenierung miteinbezogen und vermittelt in einer absolut abgedunkelten Halle mit akustischer Begleitung ein beängstigendes Gefühl, ein Ort, den ich so schnell wie möglich wieder verlassen wollte.

Zurück bleiben Hunderte von Bildern und einige Ideen für Projekte im Umfeld der Fachklasse Grafik. Eine Hoffnung ist, dass sich diese Ideen weiter entwickeln können.